Uhde


Uhde
Uhde,
 
1) Fritz von, eigentlich Friedrich Karl Hermann von U., Maler, * Wolkenburg/Mulde (heute zu Wolkenburg-Kaufungen, Landkreis Chemnitzer Land) 22. 5. 1848, ✝ München 25. 2. 1911. Nach kurzem Studium an der Dresdner Akademie (1866/67) war U. Offizier, 1876 ging er nach Wien, wo er H. Makart kennen lernte, und schloss sich 1879 in Paris M. von Munkácsy an. Ab 1880 lebte er in München, wo er unter dem Einfluss von M. Liebermann zur Freilichtmalerei fand. In seinen religiösen Bildern übertrug U. das biblische Heilsgeschehen in das zeitgenössische Milieu der Bauern und Handwerker. Bedeutend sind Darstellungen aus dem Leben seiner Familie und Kinderbilder, sie zeigen einen Impressionismus, der das Licht als Stimmungsfaktor nutzt.
 
Werke: Im Atelier. Porträts U.s und seiner Gattin (1881; Hannover, Städtische Galerie); Familienkonzert (1881; Köln, Wallraf-Richartz-Museum); In der Sommerfrische (1883; München, Neue Pinakothek); Lasset die Kindlein zu mir kommen (1884; Leipzig, Museum der bildenden Künste); Komm, Herr Jesu, sei unser Gast (1885; Berlin, Nationalgalerie); Zwei Mädchen im Garten (1892; München, Neue Pinakothek); Senator Gustav Hertz und Frau (1906; Hamburg, Kunsthalle).
 
 
B. Brand: F. v. U., das religöse Werk zw. künstler. Intention u. Öffentlichkeit (1983).
 
 2) Milan, tschechischer Schriftsteller, * Brünn 28. 7. 1936; war 1958-70 Redakteur der literarischen Zeitschrift »Host do domu«, erhielt 1970 für sein Eintreten für den »Prager Frühling« und 1977 als Unterzeichner der »Charta 77« teilweise Publikationsverbot; 1990-92 Kultusminister der Tschechischen Republik. U. schreibt v. a. Film- und Fernsehdrehbücher, Hörspiele, Kurzgeschichten und Dramen; Grundthemen sind die gesellschaftliche Atmosphäre, die zwischenmenschliche Beziehungen und die Reaktionen der Individuen auf die Gegebenheiten unter einem totalitären Regime.
 
Werke: Erzählungen: Hrách na stěnu (1964); Záhadná věž v B. (1967).
 
Hörspiele: Zubařovo pokušení (1976; deutsch Zahnarzt in Versuchung); Pan plamínků (1977); Modrý anděl (1979); Velice tiché Ave (1981).
 
Fernsehspiel: Hodina obrany (1978).
 
Schwarze Komödie: Zvěstvování aneb Bedřichu, jsi anděl (1986).
 
Essays: Česká republiko, dobrý den (1995).
 
 3) Wilhelm, Kunstschriftsteller, * Friedeberg Neumark 28. 10. 1874, ✝ Paris 17. 8. 1947; lebte meist in Paris und setzte sich schon früh für die zeitgenössische moderne Kunst (u. a. für P. Picasso und G. Braque), aber auch für Laienmaler ein, deren Bedeutung er als Erster erkannte.
 
Werke: Henri Rousseau (1914); Fünf primitive Meister. Rousseau, Vivin, Bombois, Bauchant, Seraphine (1947).
 
Autobiographisches: Von Bismarck bis Picasso (1938).

Universal-Lexikon. 2012.

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